Klaus der Geiger
Am 20. Januar 1940 in Dippoldiswalde als Klaus Christian von Wrochem geboren, entstammt er einem alten Adelsgeschlecht. 1960 nahm er ein Violinstudium bei Max Rostal an der Musikhochschule in Köln auf und verdiente sich nebenher als Aushilfsgeiger in Sinfonieorchestern sowie als WDR-Mitarbeiter. Nachdem er von der Universität ausgeschlossen wurde, erhielt er ein Komponisten-Stipendium, das ihn nach Buffalo und San Diego führte, wo er bei Pauline Oliveros Avantgarde-Komposition studierte. Während dieses zweijährigen Aufenthalts kam er mit der Hippiebewegung in Berührung. 1970 kehrte er nach Deutschland zurück, zog in eine Kommune und trat seitdem unter dem Namen Klaus der Geiger auf.
Seine Musik verbindet Jazz, Rock, Folk und Klassik. Charakteristisch ist sein Einsatz eines selbstgefertigten Rundbogens, den er im Faustgriff hält, um die Geige rhythmisch als Harmonieinstrument einzusetzen und sich damit beim Singen selbst zu begleiten. Seine Spielweise beschreibt er selbst als „ziemlich brutal“ – kurz, knapp und rhythmisch. Neben der Geige gilt die Latzhose als sein weiteres Markenzeichen.
Als Liedermacher im linksalternativen Spektrum der Neuen sozialen Bewegungen tritt er regelmäßig auf politischen Demonstrationen auf, etwa gegen Umweltverschmutzung, Krieg und Rassismus. Seine Texte entstehen oft spontan zu aktuellen Anlässen und sind bewusst provokativ gehalten. In den Fußgängerzonen Kölns ist er gelegentlich präsent, und in der Kölner Sozial- und Protestbewegung gilt er als feste Größe. Bundesweit ist er vor allem in anarchistischen und Graswurzel-Kreisen bekannt. Er beteiligte sich unter anderem an Protesten für den Erhalt der Kölner Stollwerck-Schokoladenfabrik als alternativem Treffpunkt, an Blockaden der Pershing-II-Silos auf der Mutlanger Heide im Rahmen der Friedensbewegung sowie an Protesten gegen Castor-Transporte. 1998 reiste er auf Einladung einer Gruppe junger sozial Engagierter nach Japan, wo auf die Situation von Obdachlosen in Tokio und anderen japanischen Städten aufmerksam gemacht wurde. Im Jahr 2000 bereiste er Belarus für Konzert- und andere Aktivitäten. Gemeinsam mit dem Gitarristen Marius Peters veröffentlichte er 2016 eine CD mit dem Titel „Piaddolla“, die Stücke im Stil des argentinischen Tango Nuevo von Astor Piazzolla mit eigenen Liedern und Jazzstücken verbindet.
(KI)
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26.08.2026 // 03.10.2026
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