Japanische Kampfhörspiele, abgekürzt JaKa, ist eine Grindcore-Band aus Krefeld, die ihren Stil selbst als Grindpunk oder Popgrind bezeichnet. Gegründet wurde die Band 1998, wenngleich Schlagzeuger Christof Kather bereits 1996 oder 1997 eine Kassette unter diesem Namen aufgenommen hatte, an der Marcus Adam als Gastgitarrist beteiligt war. Den Bandnamen erfand Uwe Engelbracht, ein Freund Kathers, der für sinnlose Wortkombinationen bekannt war und in einem Brief schrieb, japanische Kassettenrekorderhersteller würden ihre Geräte so manipulieren, dass sie Kassetten fressen, um ihre „Japanischen Kampfhörspiele“ ungestört in den Markt pressen zu können.
Den Anfang machten Kather an Schlagzeug und Gesang sowie Klaus Nicodem an E-Gitarre, Gesang und gelegentlich Bass, die gemeinsam 8-Spur-Aufnahmen auf ihrer Website und dem Musikportal MP3.com veröffentlichten. 2001 folgte ein Plattenvertrag mit Blutwurscht Productions aus der Schweiz, woraufhin zunächst eine Kompilation der bis dahin erschienenen Demos unter dem Bandnamen erschien, kurz darauf das Release Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch. Ebenfalls 2001 entstand die ausschließlich als Download veröffentlichte Kompilation Brandsatzliebe, die Coverversionen von a-ha, ATC, Death, The Exploited, Slayer und Slime versammelte. Bereits auf diesen Veröffentlichungen war Gitarrist Daniel Schaffrath zu hören, der ab dem Jahr 2000 zur Band gestoßen war.
Um auch live auftreten zu können, stießen 2002 Marco Bachmann als Bassist – ein ehemaliger Bandkollege Kathers bei Cyclo Proganigma – sowie Daniels Bruder Simon Schaffrath als zweiter Sänger dazu. Die erste Platte in dieser vollständigen Besetzung war ebenfalls Die Großstadt stinkt, ist laut und septisch, die einen CD-ROM-Bonus enthielt, bei dem Spieler ein urbanes Labyrinth nach Gasmasken durchsuchen mussten. Die Zusammenarbeit mit Blutwurscht Productions endete danach aus zolltechnischen Gründen.
Während der Aufnahmen zum zweiten Studioalbum Fertigmensch im Jahr 2003 verließ Simon Schaffrath die Band und wurde durch Markus „Bony“ Hoff ersetzt, der die hohen Screams übernahm, während Christof Kather wieder die gegrowlten Vocals beisteuerte. Das Album wurde von Bastardized Recordings veröffentlicht, die Kather als Dank für seine Aushilfe am Schlagzeug auf der Six Reasons to Kill-Tournee unter Vertrag nahmen. Mit Fertigmensch gelang der Band der Durchbruch in der Grindcore- und Metal-Szene, das Album erhielt fast ausnahmslos positive Kritiken.
Die Texte der Band bestehen häufig aus collagenhaft zusammengesetzten Satzbausteinen und setzen sich kritisch mit der Konsumgesellschaft auseinander. Musikalisch entwickeln JaKa einen Großteil ihrer Songs zunächst über das Schlagzeug, bevor Gitarren und weitere Instrumente hinzukommen. Den Gesang teilen sich in der Regel zwei Sänger, die sich dabei die Rollen des tief growlenden und des überschnappend kreischenden Vocals aufteilen. Zur erweiterten Bandbesetzung zählen neben Kather und Nicodem unter anderem Daniel Schaffrath, Marco Bachmann, Simon Schaffrath, Andreas Paul, Markus Hoff, Robert Nowak, Martin Freund, René Hauffe und Christian Markwald.
(KI)